FerriNom · Ferritin-Bayes-Nomogramm
Wie Ferritin die Wahrscheinlichkeit für fehlendes Knochenmarkeisen verändert.
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Gestrichelte Linien: didaktische Beispiele für 20 % und 80 %, keine Therapie- oder Diagnoseschwellen. Die farblichen Ferritinbereiche orientieren sich an den klinischen Entscheidungsgrenzen nach Naveed et al. (2023).
Prätest-Szenarien: AGA · LR-Modell: Guyatt et al. · Ferritinbereiche: in Anlehnung an Naveed et al.
Modell, Rechnung und Quellen
Kontinuierliches LR-Modell nach Guyatt et al. (1992) für die mixed population, mit dem im Erratum korrigierten Koeffizienten: ln(LR) = 6,5429 − 1,6985 × ln(Ferritin). Ferritin in µg/L; ln bezeichnet den natürlichen Logarithmus.
Posttest-Odds = Prätest-Odds × LR. Bei etwa 47,1 µg/L ist LR = 1: Die Wahrscheinlichkeit bleibt unverändert. Dieser Modellpunkt ist keine universelle Entscheidungsgrenze. Kontinuierliche LR-Werte sind von den Intervall-LRs in Tabelle 3 zu unterscheiden.
Die zugrunde liegenden Studien untersuchten Patient:innen auf Eisenmangelanämie, mit Knochenmarkeisen als Referenz. Das Modell ist nicht speziell für IDWA, Kinder oder Schwangerschaft validiert. Guyatt beschreibt für entzündliche Erkrankungen ein anderes Modell; dieses Tool verwendet ausschließlich das Modell der gemischten Population. Eine höhere Prätestwahrscheinlichkeit ersetzt keine Anpassung der Testeigenschaften. Die Studie berichtet auch innerhalb dieser Gruppe erhebliche Heterogenität.
Die AGA-Voreinstellungen 20 % und 60 % stammen aus Tabelle 2 des Technical Review (2020), für ambulante Patient:innen mit Anämie. Sie sind Beispielszenarien und ersetzen keine individuelle klinische Einschätzung. Ferritin nicht bereits in die Prätestschätzung einrechnen. Die angezeigten Dezimalstellen beschreiben die Rechnung, nicht die klinische Genauigkeit; Unsicherheitsintervalle werden nicht dargestellt.
Die farbliche Einteilung bei 30, 50 und 100 µg/L ist eine eigene Darstellung in Anlehnung an die klinischen Entscheidungsgrenzen für Erwachsene bei Naveed et al. (2023, modifizierte Delphi-Studie, Abb. 2). Deren Interpretation hängt von Symptomen, Risikofaktoren, Begleiterkrankungen und gegebenenfalls der Transferrinsättigung ab. Die Farben gehen nicht in die Bayes-Rechnung ein und stellen keine universellen Diagnose- oder Therapieschwellen dar.
Naveed et al. Defining ferritin clinical decision limits to improve diagnosis and treatment of iron deficiency (2023) · Guyatt et al. J Gen Intern Med. 1992;7:145–153 · Erratum: 1992;7:423 · AGA Technical Review 2020